Zurück in die Zukunft!
Veröffentlicht: 25. Februar 2012 Einsortiert unter: Politik | Tags: Afghanistan, Bundeswehr, Koranverbrennung Schreibe einen Kommentar »von Robert Klausewitz
Es ist das Jahr 1390 in Afghanistan. Tausende Männer schlagen und schießen wutentbrannt auf alles, was sich ihnen in den Weg stellt, bevorzugt auf Ausländer. Sie wollen damit gegen die Koranverbrennung in einem US-Stützpunkt „demonstrieren“. Diese neuerlichen Unruhen mit Dutzenden Toten und Hunderten Verletzten zeigen uns ein weiteres Mal: Wir gehören da nicht hin!
Ja, der Krieg der USA gegen die Taliban in Afghanistan, der unter der unter der Operation Enduring Freedom lief, war legal, weil er durch Resolutionen der UN abgedeckt und als Selbstverteidigung anerkannt wurde. Über die Legitimität des Krieges könnte man schon streiten. Es galt sich aber immerhin gegen einen geografisch schwer fassbaren Feind zu verteidigen, dessen Kopf sich nachweislich in Afghanistan aufhielt. Ganz klar ist aber: Der Krieg war unnötig.
Allen war von Anfang an bewusst, dass man den internationalen Terrorismus nicht lokal und auf konventionelle Weise bekämpfen kann. Allen war von Anfang an bewusst, dass man sich in Afghanistan auf äußerst schwieriges, mittelalterliches Terrain begibt. Und deshalb war nicht nur der Krieg der USA unnötig, sondern auch der folgende friedenserzwingende Einsatz der ISAF-Schutztruppe. US-Präsident Bush führte die NATO-Staaten in einen Partisanenkrieg, den man nicht gewinnen konnte und der einen hohen Blutzoll verlangt(e).
Die vergangenen zehn Jahre kosteten nicht nur zehntausenden unschuldigen afghanischen Zivilisten das Leben, sondern auch tausenden westlichen Soldaten, darunter 52 Deutschen, die dort verfeuert wurden. Alles wurde ausprobiert. Mal die harte militärische Linie, mal die weiche humanitäre Linie. Nichts, kein Erfolg. Kaum eine aufgebaute Mädchenschule steht noch. Traditionalistische, religiöse, patriarchalische, ja unaufgeklärte Strukturen verhindern jeden Fortschritt.
Und so kann man den knapp 5000 deutschen Soldaten nur zurufen: Kommt heim, Jungs und Mädels! Zurück in die Zukunft! Zurück in das Jahr 2012!
